Kultursensibles Kompetenztraining zur Erstorientierung und Stärkung der interkulturellen Kompetenz (KESIK) von unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen in Deutschland (TKK- SH)

Einleitung:

Alle Jugendlichen durchlaufen eine Phase der Identitätsfindung, in der sie sich fragen, wer sie sind und was sie ausmacht. Für Jugendliche mit Migrationshintergrund kann sich zusätzlich die Frage stellen, wie sie die Prägungen durch die Herkunftskultur mit dem Leben in der deutschen Gesellschaft vereinbaren können. Insbesondere unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die nicht freiwillig ihre Herkunftsländer und Familien verlassen haben, stehen vor besonderen Herausforderungen für eine gelingende Identitätsbildung.

Das Trainingsprogramm KKT (KESIK) setzt an Fragestellungen der Jugendlichen an und erarbeitet mit ihnen gemeinsam Strategien, um die eigene Identität in einem interreligiösen und interkulturellen Kontext positiv zu konstituieren und zu festigen.Sie erhalten Hintergrundinformationen über ihre Religion, das politische System in Deutschland sowie internationale Konflikte, um interkulturelle und interreligiöse Kompetenzen und das Demokratieverständnis zu fördern.

So entwickeln sie eigene Standpunkte und lernen, die eigene Identität positiv zu konstruieren. Durch einen anerkennenden Ansatz der Arbeit werden Stigmatisierungen vermieden, aber auch gezielt Diskriminierungserfahrungen und Vorurteile thematisiert. Der Einstieg von jungen Menschen in die gewaltbereite salafistische/ islamistische Szene soll verhindert werden.

 

Zielgruppe:

Das KKT wendet sich zunächst an Flüchtlinge, die sich in Obhut von Jugendhilfeeinrichtungen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Jugendbildungsstätten, kirchliche Organisationen befinden.

Das Training kann bei Bedarf in geschlechtsspezifischen Gruppen mit Trainerinnen und Trainern der entsprechenden Geschlechter durchgeführt werden. Es ist geeignet für Jugendliche ab 14 Jahren.

Ziele:

Die Sprachfähigkeit der Jugendlichen zu gesellschaftlichen Werten, dem gesellschaftlichen und politischen System der Bundesrepublik, sowie zu religiösen Themen wird geschult und so die Anfälligkeit für die Argumente radikaler Strömungen gemindert.

In dem Training werden die Sozialkompetenzen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf- und ausgebaut und sie werden bei einer positiven Persönlichkeits- und Identitätsentwicklung in unserer Gesellschaft unterstützt.

Durch zusätzliche pädagogische Interaktionselemente wird ein positiver Selbstwert aufgebaut und ein Gruppengefühl entwickelt und gestärkt.

Grundlagen: Das Kultursensible Kompetenztraining (KKT) orientiert sich an dem Konzept für einen bundesweiten Integrationskurs des BAMF wurde in Bezug auf Didaktik und Methodik den Lebenswelten und Lernerfahrungen von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und ihren unterschiedlichen Erfahrungen angepasst.

Umfang und Dauer:

Das KKT umfasst insgesamt 10 thematische Module mit insgesamt 13 Veranstaltungen. Jedes Modul enthält einen Informationsteil und einen erprobenden praktischen Teil. Es geht nicht lediglich darum, Faktenwissen zu vermitteln, sondern dieses Wissen wird eingebettet in alltagspraktische Erfahrungen, Übungen, Spiele etc..

Ein großer Teil der Seminararbeit besteht aus nonverbalen Übungen, Interaktionen der Teilnehmer und gruppenpädagogischen Elementen etc., für die keine umfangreichen Deutschkenntnisse erforderlich sind.

Vor Beginn eines KKT wird mit allen Teilnehmern ein Einzelgespräch geführt, um über Inhalte des KKT zu informieren und die Eignung des Jugendlichen festzustellen.